Im Aufzug mit Mai Thi

Shownotes

Willkommen zur ersten Folge von Im Aufzug!

Für den Auftakt dieses neuen Podcasts hätte ich mir keine bessere Gästin wünschen können. Ich bin schon lange ein glühender Anhänger von Mai Thi. Sie ist Deutschlands Wissenschaft-Erklärerin Nr.1 und startet mit ihrem YouTube Kanal MaiLab so richtig durch. Mittlerweile geht ihre ZDFneo Show MaiThinkX in die zweite Staffel. Ganz nebenbei schreibt sie noch Bestseller und ist frischgebackene Mutter einer Tochter.

Neben Aufzug-Nerd Talk, erzählt sie mir von ihrer Leidenschaft fürs Kochen, Chemie und wie sie mit ihrer großen Reichweite umgeht.

Mein Partner für die heutige Folge:

Schindler Deutschland. Mit einem „Schindler“ bist auch du bestimmt schon mal gut gefahren. Der Schweizer Hersteller von Aufzügen und Fahrtreppen bewegt täglich mehr als 1,5 Milliarden Menschen. Möchtest auch du zur barrierefreien Mobilität in Gebäuden beitragen? Dann informiere dich jetzt unter schindler.de/karriere

Zum Transkript

Erwähnte Links:

Video: Corona geht gerade erst los

Video: Wie überlebe ich einen Aufzug-Absturz?

Video: Glutamat ist unbedenklich

In jeder Folge frage ich meine Gäste nach Organisationen, Vereine oder Stiftungen, die sie für unterstützenswert halten.

Mais Herzensangelegenheit:

Aachener Engel e.V

Amnesty International

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Dieser Podcast ist eine Produktion von Schønlein Media.

Produktion: Fabian Gieske und Josefine Wozniak

Schnitt und Post-Produktion: Jonatan Hamann

Coverart: Amadeus Fronk

Transkript anzeigen

01:01:48: Werbung.

01:01:50: Bevor wir in den Aufzug einsteigen, möchte ich

01:01:52: dir den Partner der heutigen Folge vorstellen.

01:01:55: Und das ist Schindler Deutschland.

01:01:57: Mit einem Schindler wirst du bestimmt auch schon

01:01:59: mal gut gefahren.

01:02:01: Der Schweizer Hersteller, von Aufzügen und Fahrtreppen

01:02:04: bewegt täglich mehr als 1,5 Milliarden Menschen.

01:02:08: Möchtest auch du zur barrierefreien Mobilität in

01:02:10: Gebäuden beitragen, dann informier dich jetzt

01:02:13: unter schindler.de/karriere.

01:02:21: Hi und willkommen im Aufzug.

01:02:23: Es ist doch so: Alleine Aufzugfahren

01:02:25: macht keinen Spass.

01:02:26: Aufzugfahren mit fremden Menschen, die sich

01:02:28: betreten anschweigen allerdings auch nicht.

01:02:31: Daher lade ich mir ab sofort für meine Aufzugsf

01:02:34: ahrten Gäste ein.

01:02:38: Braucht jemand wie Mai Thi überhaupt eine Vorstellung?

01:02:42: Mai ist Deutschlands Wissenschafts

01:02:44: Erklärerin Nummer eins.

01:02:46: Die promovierte Chemikerin betreibt mit maiLab einen

01:02:50: YouTube-Kanal mit 1,4 Millionen Abonnentinnen.

01:02:56: Ich hatte extrem hohe Erwartungen an unser Gespräch.

01:02:59: Und was soll ich sagen?

01:03:00: Sie wurden übertroffen.

01:03:03: Ich hätte mich noch stundenlang mit ihr unterhalten können.

01:03:06: Aber eine Aufzugfahrt hat irgendwann auch mal ein Ende.

01:03:11: Schön, dass Sie mit dabei sind.

01:03:13: Herzlich willkommen, Mai Thi.

01:03:20: Oh, mein Gott.

01:03:22: Ich kann es kaum glauben.

01:03:24: Hallo Raul.

01:03:25: Mai ist in den Aufzug gestiegen.

01:03:27: Ich bin in den Aufzug gestiegen.

01:03:28: Wo fahren wir denn hin?

01:03:29: Äh wo musst du denn raus ?

01:03:31: Ganz, ganz oben.

01:03:32: Ganz oben.

01:03:33: Wir können auch ein bisschen stecken bleiben.

01:03:34: Dann haben wir bisschen mehr Zeit zu quatschen.

01:03:36: Ich habe mir ehrlich gesagt super viele

01:03:38: Aufzug Situationen überlegt.

01:03:39: Eine Aufzug Situation, die ich immer mal sagen wollte,

01:03:42: wenn jemand in den Aufzug reinkommt, war: "Mit mir

01:03:45: kommen Sie ganz nach oben".

01:03:47: Einfach so!

01:03:48: Wildfremden Menschen einfach so: "Ich zeige Ihnen,

01:03:50: wie es geht".

01:03:51: "Kommen Sie mit nach oben".

01:03:52: Ja.

01:03:53: Oder wenn man in so einen vollen Aufzug reinkommt,

01:03:54: einfach sagen "Ah Danke, danke, dass Sie alle schon da sind".

01:03:59: Genau und dann so einen Meeting starten.

01:03:59: Danke, dass Sie zu diesem Meeting erschienen sind.

01:04:00: Genau!

01:04:01: Bei Aufzug denke ich immer als erstes an so eine

01:04:04: ganz süße Frage.

01:04:07: Zuschauer Frage von einem 7-jährigen, der mir mal

01:04:10: gestellt wurde, der wissen wollte,

01:04:11: ob man einen Aufzug.

01:04:13: Absturz überleben kann, wenn man im richtigen

01:04:15: Zeitpunkt hoch springt.

01:04:16: Und das finde ich physikalisch total interessant und ist

01:04:19: tatsächlich auch glaube ich eine Frage, über die sich schon

01:04:22: viele Menschen Gedanken gemacht haben.

01:04:23: Und tatsächlich ist es gar nicht so leicht, weil man ist

01:04:27: ja dann schon ziemlich schnell im Zweifelsfall, wenn man mit

01:04:29: so einem Aufzug, nehmen wir mal vereinfachend an dem

01:04:33: freien Fall runterfällt, da muss man ja entsprechend

01:04:36: schnell hochspringen, also mit entsprechend viel km/h,

01:04:40: sag ich mal, das kriegt man nicht hin, auch wenn man jetzt

01:04:42: sehr sportlich wäre.

01:04:43: Also ich weiß nicht ob dein Rollstuhl irgendwelche

01:04:45: spezial Funktionen hat.

01:04:47: Super slow.

01:04:49: So nach oben zu gehen, aber das müsste auch sehr schnell,

01:04:51: auch eher unwahrscheinlich.

01:04:53: Und dann gab es eine zweite Überlegung.

01:04:57: Ich glaube das haben sogar schlaue Köpfe am MIT gemacht,

01:05:00: dass man um den Aufschlag, den Impuls zu verteilen,

01:05:05: möglichst auf eine größere Fläche, dass man sich

01:05:07: einfach flach hinlegt.

01:05:08: Das habe ich auch gehört, aber bei Flugzeugabstürzen habe

01:05:11: ich das gehört.

01:05:11: Ja, bei Flugzeugabstürzen müsste man wieder überlegen,

01:05:14: also beim Aufzug finde ich das sehr plausibel, weil du fällst

01:05:17: einfach runter, du fällst also du kommst auf und dann,

01:05:21: damit nicht alles zu sehr auf die Wirbelsäule geht,

01:05:23: legst du dich hin.

01:05:24: Das Problem ist, du kannst, wie sollst du dich,

01:05:26: du fällst ha, wenn du frei fällst, dann ist es

01:05:28: sowieso schwer, irgendwas zu machen.

01:05:30: Ist da so ein bisschen wie in Schwerelosigkeit.

01:05:33: Das heißt, eigentlich müsstest du dich

01:05:34: von vornherein hinlegen,

01:05:37: wenn du Aufzug fährst.

01:05:38: Sie sind alle falsch gebaut.

01:05:41: Das finde ich schonmal sehr lustig.

01:05:42: Ja, du bist wahrscheinlich im Rollstuhl,

01:05:44: ist das nochmal, das kommt ja so ein bisschen drauf an.

01:05:45: Wahrscheinlich ist man teilweise ein bisschen besser

01:05:47: geschützt und dann könnte man wahrscheinlich durch bestimmte

01:05:51: Teile des Rollstuhls gegebenenfalls auch noch

01:05:53: mehr verletzt werden.

01:05:54: Aber die Überlegung zum Hinlegen ist noch zusätzlich,

01:05:59: da ist zwar der Aufprall besser verteilt,

01:06:01: aber ich glaube, der Schädel ist dann natürlich im

01:06:04: Zweifelsfall mehr Matsch.

01:06:06: Da muss man abwägen.

01:06:07: Aber es sowieso nur für alle, die sich jetzt schon, die jetzt

01:06:10: schon panisch werden, ist sehr hypothetisch weil,

01:06:11: Aufzüge sind sehr gut gesichert meines Wissens nach.

01:06:14: Und ich glaube, es ist sehr unwahrscheinlich,

01:06:16: dass ein Aufzug abstürzt.

01:06:18: Es ist supergut, mit dir einen Aufzugtalk zu machen.

01:06:23: Ich habe auch einen Beitrag zu leisten und zwar war ich mal

01:06:26: bei einem der größten Aufzugs-Hersteller der Welt in

01:06:29: deren Entwicklungs Labor und da ging es um das Thema

01:06:33: Sicherheit von Aufzügen.

01:06:35: Und die haben uns erzählt, dass diese

01:06:37: ganzen Horrorszenarien, die man immer bei James Bond und

01:06:40: so sieht, oder wenn Aufzüge abstürzen, dass das gar

01:06:43: nicht funktionieren kann, weil Aufzüge sind Flaschenzüge

01:06:47: und es gibt ja ein Gegengewicht, ja, und das

01:06:50: Gegengewicht ist immer so designed, dass es die Hälfte

01:06:54: der Maximallast ausfällt.

01:06:57: Und wenn du jetzt praktisch allein im Aufzug bist und der

01:07:01: Motor kaputt gehen sollte und die Bremsen nicht greifen,

01:07:05: dann rast du nach oben, weil das Gewicht,

01:07:08: das Gegengewicht ist höher.

01:07:09: Ja, aber auch nicht so gut.

01:07:12: Ne da kann man sich auch nicht mehr hinlegen,

01:07:15: das ist da Problem.

01:07:16: Ja, Aufzüge sind eine Wissenschaft für sich.

01:07:17: Finde ich mega spannend.

01:07:19: Die Firma sagte damals, die bewegen 1 Milliarde

01:07:21: Menschen am Tag, aber vertikal.

01:07:24: Und fand ich auch eine sehr interessante

01:07:27: Perspektive auf Aufzüge.

01:07:28: Ja, witzig.

01:07:29: Ja, das stimmt.

01:07:30: Bei Star Trek ist es auch so und deswegen freue ich mich,

01:07:32: dass du hier bist, dass wenn du in den Turbolift steigst,

01:07:36: Star Trek sagt dir was, oder bist du ein Star War's

01:07:38: ?

01:07:39: Also, ich muss kurz entschuldigend ausholen.

01:07:42: Ich habe die allermeisten Filme nicht gesehen.

01:07:45: Das ist schon ein Running Gag bei Freunden oder Leuten,

01:07:49: die mich kennen.

01:07:50: Ich habe ganz, ganz, ganz wenige

01:07:52: Filme überhaupt gesehen.

01:07:53: Die Star War's Reihe habe ich gesehen tatsächlich,

01:07:55: aber auch sehr spät erst und war selbst überrascht, dass es

01:07:58: mir so gut gefallen hat.

01:08:00: Weil ich eigentlich nicht so, ganz grob, nicht so der SciFi

01:08:03: Fan bin und ich habe zum Beispiel auch Herr

01:08:05: der Ringe gesehen.

01:08:06: Oh Gott, jetzt sind bestimmt die ersten schon böse, dass ich

01:08:08: das mit SciFi zusammen genannt hatte.

01:08:10: Ich weiß, ich meine jetzt so, ich gucke halt lieber

01:08:13: so Filme, die im realen Leben spielen und ich, also ich,

01:08:19: soll ich euch das sagen?

01:08:20: Oder gibt es dann den Shitstorm meines Lebens.

01:08:21: Ich finde Herr der Ringe ganz schlimm, ganz schlimm.

01:08:23: Ich kann ja auch nicht verstehen, was ist der

01:08:26: Appeal davon?

01:08:27: Ich verstehe nicht diese Schlachten,

01:08:29: finde diese Schlachten auch so anstrengend.

01:08:31: Ich habe das einfach durchgeguckt,

01:08:32: weil ich so dachte, das ist so ein bisschen Allgemeinbildung.

01:08:34: Ich habe jetzt angefangen und ziehe es jetzt durch, aber es

01:08:37: war hart und Star Trek weiß ich nicht, wie ich's

01:08:38: finden würde, habe ich aber tatsächlich nicht gesehen.

01:08:41: Deswegen Turbo was?

01:08:42: Turbo was, sagt mir jetzt nichts.

01:08:43: Aber erkläre mal.

01:08:44: Turbolift, das sind die Aufzüge in der Enterprise

01:08:47: zum Beispiel.

01:08:48: Und witzigerweise sind die auf Aufzugsfahrten immer so lang,

01:08:52: wie die Dialoge im Aufzug sind.

01:08:56: Egal wohin.

01:08:57: So wie bei uns.

01:08:58: Genau so wie bei uns.

01:08:59: Und deswegen freue ich mich so, dass du da bist.

01:09:02: Was witzigerweise bei den Recherchen mir

01:09:05: aufgefallen ist, dass wir uns ja schon eine Weile kennen.

01:09:09: Da braucht man nicht viel recherchieren,

01:09:10: ich erinnere mich einfach, aber wir haben beide zeitgleich

01:09:13: zum Beispiel den Grimme Online Award gewonnen,

01:09:15: damals in Köln.

01:09:17: Ich glaube, das war zwei Jahre vor der Pandemie.

01:09:21: Stimmt, vor der Pandemie und nach der Pandemie und während

01:09:23: der Pandemie sind Zeitrechnungen, die man

01:09:26: auf jeden Fall machen kann.

01:09:27: Und da war ich schon ein mega Fan.

01:09:30: Dann hattest du deine Babypause und dann kommst du zurück mit

01:09:34: dem Video-Knaller zur Corona Pandemie mit 4

01:09:37: Millionen Views.

01:09:39: Das ist einfach unfassbar.

01:09:40: Oh Gott,

01:09:43: ich bim ein mega Fanboy.

01:09:43: Jedenfalls die, die dein Video, das ich damals

01:09:47: gesehen habe, zu Beginn der Corona Pandemie,

01:09:49: war das erste Video, da ging Corona erst los,

01:09:50: der fröhliche Titel, und das war das erste Video, das ich

01:09:56: überhaupt zu dem Thema gesehen habe, das ich

01:09:59: verstanden habe und das mich abgeholt hat.

01:10:02: Und wo ich dachte, wenn Mai das so sieht.

01:10:05: Das ist voll das coole Kompliment,

01:10:06: das freut mich.

01:10:07: Und ich hab mir das neulich nochmal angeguckt und du hast

01:10:09: wirklich recht behalten.

01:10:11: Leider ja.

01:10:11: Wirklich.

01:10:13: Unfassbar.

01:10:14: Also vielen Dank noch mal ganz persönlich von mir zu dir und

01:10:18: an der Stelle Danke auch an mein wundervolles Team,

01:10:20: ohne die ich das nicht machen könnte.

01:10:22: Und ja, ich das war auch für uns ein krasses Video, weil es

01:10:26: wie gesagt, es war das erste nach meiner Babypause.

01:10:30: Ich habe ja ein richtiges Corona Kind bekommen, das kam

01:10:33: Anfang 2020 zur Welt und wie du sagst, es wird für immer so

01:10:37: eine Zeitrechnung vor und nach der Pandemie geben und

01:10:40: irgendwann wird die Pandemie zum Glück sehr weit weg sein.

01:10:43: Da wird man sich fragen "Ah Wann, wie lange ist

01:10:45: es jetzt eigentlich her?" Das werde ich mir jetzt immer,

01:10:47: werde ich immer schnell beantworten können.

01:10:48: Ist immer so lange her, wie alt meine Tochter ist.

01:10:52: Und ich weiß noch, dass wir quasi das

01:10:56: Skript geschrieben haben.

01:10:57: Und dann saßen wir zusammen und haben so gesagt "Das ist ja,

01:11:01: das ist ja voll die schlimme Nachricht, die wir

01:11:03: jetzt da überbringen".

01:11:05: Es ist jetzt nicht unbedingt News innerhalb der

01:11:07: wissenschaftlichen Community, das war ziemlich klar.

01:11:11: Aber so in der öffentlichen Diskussion haben alle,

01:11:14: glaube ich, in diesem Zeitraum,

01:11:15: wo es rauskam, Frühjahr 2020 haben mal alle drüber geredet.

01:11:19: Oh, ist gerade Lockdown, geht ja jetzt noch

01:11:21: zwei Wochen.

01:11:23: Ist es jetzt bald vorbei oder ist der Sommerurlaub vielleicht

01:11:26: noch in Gefahr?

01:11:27: Also das war so ein bisschen die Diskussion und wir haben

01:11:29: ja gesagt, das dauert also eigentlich mindestens noch ein

01:11:32: Jahr und jetzt sehen wir, es ist leider, wurde es auch

01:11:35: noch weit übertroffen.

01:11:36: Wir waren ja eigentlich schon optimistisch in diesem Video.

01:11:39: Und wie überbringt man so eine

01:11:41: niederschmetternde Nachricht.

01:11:43: Also wie entlassen wir die Leute daraus?

01:11:45: Weil wir haben ja auch irgendwie gesagt, wir können es

01:11:47: ja auch gar nicht verhindern.

01:11:49: Und dann habe ich gesagt, mir geht es immer besser,

01:11:52: wenn ich Bescheid weiß, auch wenn es, wenn es

01:11:54: scheiße ist, weil dann kann ich mich

01:11:56: wenigstens darauf einstellen.

01:11:58: Und das Schöne ist, dass wir überwältigend viel

01:12:01: Feedback in dieser, genau diese Richtung bekommen haben.

01:12:05: Also mein Lieblingszitat war, glaube ich von Nico Semsrott,

01:12:08: der hat gesagt, das Video ist erfrischend pessimistisch.

01:12:12: Und das war glaube ich, viel haben geschrieben,

01:12:15: dass sie wirklich auch schon psychisch drunter leiden unter

01:12:19: der aktuellen Situation.

01:12:20: Ich meine, wir haben es ja vielleicht schon

01:12:21: fast vergessen, wie gespenstisch auch so der

01:12:24: erste Lockdown war.

01:12:25: Und die Straßen waren leer.

01:12:26: Das war echt fies.

01:12:28: Und da haben uns so viele Nachrichten erreicht,

01:12:30: die gesagt haben, ja das ist zwar wirklich hart

01:12:32: zu schlucken, aber jetzt kann ich mich wenigstens

01:12:34: mental drauf vorbereiten.

01:12:36: Und das hat mich dann schon sehr gefreut.

01:12:38: Man merkt auch, dass du ganz genau deine Worte wählst.

01:12:42: Wahrscheinlich ist das von Berufswegen der Fall, weil

01:12:44: du bist Chemikerin, deine ganze, deine Familie.

01:12:47: Es ist von Berufswegen, jetzt vom neuen Berufsweg ist

01:12:50: das der Fall.

01:12:51: Ich glaube, Chemikerin wählen nicht so gut

01:12:56: ihre Worte tatsächlich.

01:12:57: So, Hauptsache faktisch korrekt.

01:12:59: Alles andere so framing und abholen und Empathie

01:13:05: ist alles egal.

01:13:07: Wie

01:13:10: also wie überbringen wir die niederschmetternde Nachricht

01:13:12: ?

01:13:12: Egal, Hauptsache faktisch korrekt.

01:13:16: Das ist die Chemie.

01:13:17: Aber auch das tust du ja super gut.

01:13:20: Und man merkt, dass du genau diese Worte wählst und

01:13:24: unterscheidest zwischen der wissenschaftlichen Sprache

01:13:28: und dem, was vielleicht der Volksmund oder das Volksohr

01:13:32: hören kann oder versteht.

01:13:35: Liegt das irgendwie so ein bisschen auch in eurer Familie?

01:13:38: Ich meine, dein Vater ist Chemiker, dein Bruder hat

01:13:41: aber auch Chemie studiert.

01:13:43: Ist das so ein Ding bei euch in der Familie?

01:13:45: Wie kocht ihr, irgendwie mit Erlenmeyerkolben?

01:13:48: Also, wie läuft es?

01:13:49: Kochen ist ein gutes, gutes Stichwort.

01:13:52: Die Chemikerinnen da draußen wissen genau, wovon ich rede.

01:13:55: Wir sagen auch, wenn wir ins Labor gehen, kochen.

01:13:58: Also "Ich muss heute noch was kochen", heißt ich

01:14:00: habe heute Laborarbeit zu tun, weil es wirklich

01:14:02: sehr verwandt ist.

01:14:03: Es sind teilweise dieselben Techniken.

01:14:04: Es ist nicht so ein Hexenwerk, meistens rühren und oder

01:14:08: erhitzen ist das Allermeiste.

01:14:10: Und mein Vater hat immer gesagt, alle Chemiker

01:14:14: können gut kochen.

01:14:14: Und wer nicht gut kochen kann, ist auch kein guter Chemiker.

01:14:17: Er hat das total erfüllt.

01:14:18: Er kann sehr gut kochen, hat es immer gerne gemacht.

01:14:21: Und tatsächlich, mein Bruder und ich, die beide dann auch

01:14:24: Chemiker wurden, sind beide jetzt auch total,

01:14:27: kochen beide total gerne.

01:14:29: Und wir haben beide eine Vorliebe für

01:14:32: schwierige Sachen.

01:14:33: Ich will nur nicht mehr behaupten,

01:14:35: dass wir gut sind.

01:14:36: Ich glaube, vor allem mir fehlt da glaube ich noch so,

01:14:38: ich komme nicht oft genug zum Kochen, als dass ich

01:14:40: richtig gut sein könnte.

01:14:41: Ich mache es nur gerne.

01:14:42: Aber wir stehen beide auf so komplizierte Rezepte, wo man

01:14:46: meinetwegen stundenlang in der Küche stehen muss, weil der

01:14:49: Prozess ist das, dass am Ende noch was Geiles rauskommt,

01:14:52: ist nur noch das Sahnehäubchen,

01:14:54: sag ich mal.

01:14:54: Sondern das ist das Eigentliche, worum es beim

01:14:56: Kochen geht, ist der Prozess und das Coole daran, wie man

01:14:59: so etwas erschafft.

01:15:00: Und genau dieselbe Motivation steckt auch in der Chemie,

01:15:05: die zumindest in meinem Fall,

01:15:06: also ich habe mich jetzt auf synthetische

01:15:09: Chemie fokussiert, das heißt, ich habe viel

01:15:12: gekocht im Labor.

01:15:13: Es gibt auch theoretische Chemikerin,

01:15:14: die berechnen den ganzen Tag.

01:15:16: Also meine beste Freundin in der Doktorarbeit ist immer zu

01:15:19: Teilchenbeschleunigern gefahren und hat dann

01:15:20: monatelang irgendwas ausgerechnet.

01:15:22: Ich war wirklich jeden Tag am Kochen und fand es

01:15:25: einfach wahnsinnig, fand es mindblowing, dass ich

01:15:28: mit meinen Händen und diesen Geräten Moleküle

01:15:31: aufbauen kann.

01:15:33: Ich glaube, jetzt wo in der Pandemie war ja Brot

01:15:35: so ein Ding.

01:15:36: Da sind ja manche auf den Geschmack gekommen, wie cool

01:15:38: das ist, wenn man from scratch,

01:15:39: also von Null an, vom Mehl aus sein eigenes Brot macht und es

01:15:43: ist ja eigentlich gar nicht so schwierig ist und wie cool,

01:15:45: was für ein cooles Gefühl das ist.

01:15:47: Ja, und jetzt stellt euch mal vor, ihr habt kein

01:15:48: Brot gemacht, sondern irgend so ein neues Material.

01:15:52: Also wie cool ist das denn?

01:15:53: Und das war, das ist auf jeden Fall der Einfluss

01:15:56: meines Vaters.

01:15:56: Ich glaube, von ihm habe ich diesen Alltagsbezug

01:15:59: zur Chemie.

01:15:59: Den habe ich an der Schule zum Beispiel auch gar nicht

01:16:01: so stark gehabt.

01:16:02: Ich habe unglaublich viel Verständnis für alle Menschen,

01:16:05: die sagen, sie haben Chemie abgewählt, konnten nie

01:16:08: was damit anfangen, es war so abstrakt,

01:16:09: sie haben es gehasst.

01:16:10: Dann sage ich so Ja, i feel you, alles gut, ich weiß

01:16:13: schon was du meinst.

01:16:14: Durch mein Vater hatte ich einfach immer

01:16:15: diesen Alltagsbezug.

01:16:17: Für mich war halt schon sehr früh klar, alles ist Chemie und

01:16:21: dieses kommunikative kommt vielleicht indirekt auch

01:16:24: aus meiner Familie.

01:16:25: Also meine Eltern kommen aus Vietnam und wir haben eine

01:16:29: lustige Sprach-Situation zu Hause.

01:16:31: Also meine Eltern haben immer mit meinem Bruder und mir

01:16:33: vietnamesisch gesprochen, die können natürlich

01:16:35: gut Deutsch, sind schon lange hier und so.

01:16:37: Aber sie haben einen Akzent, zum Beispiel, die wollten jetzt

01:16:40: nicht unbedingt, dass wir den übernehmen und dachten

01:16:42: sich Ja, ist doch eh ein Geschenk, Kinder wachsen ja

01:16:44: problemlos mehrsprachig auf.

01:16:47: Wir sollten es dann in der Schule oder

01:16:48: im Kindergarten lernen.

01:16:49: Zu Hause haben wir vietnamesisch gesprochen,

01:16:51: bis mein Bruder und ich halt irgendwann angefangen haben

01:16:53: deutsch zu sprechen.

01:16:54: Erst untereinander, dann irgendwann

01:16:56: mit meinen Eltern.

01:16:56: Und so haben wir immer so hin und her gesprochen.

01:16:58: Also bei uns zu Hause, wenn jemand von außen

01:17:00: zugehört hat, jemand Deutsches, hat er nur

01:17:01: die Hälfte verstanden.

01:17:03: Und irgendwann, als ich schon, weiß ich nicht, 20 über

01:17:07: 20 war, habe ich dann mich zusammengerissen,

01:17:11: es war ein bisschen anstrengend, aber ich

01:17:13: hab gesagt so, ich schaffe es mir wieder drauf, ich möchte

01:17:15: wieder vietnamesisch sprechen.

01:17:17: Und es ist total cool, weil ich festgestellt habe, dass meine

01:17:20: Eltern und ich uns noch viel besser verstehen, seit ich

01:17:23: wieder vietnamesisch rede.

01:17:25: Okay.

01:17:25: Obwohl sie natürlich einwandfrei Deutsch verstehen

01:17:28: und ich natürlich auch vietnamesisch passiv immer noch

01:17:31: auf Muttersprachen-Level sehr viel verstehe,

01:17:34: wenn man eine gemeinsame Sprache hat,

01:17:36: man kann es gar nicht so richtig, so faktisch oder

01:17:39: so festmachen, woran es liegt, aber es sind so viele Nuancen,

01:17:42: so Dinge zwischen den Zeilen, die so richtig

01:17:44: ausgesprochen werden, die man versteht sich einfach besser.

01:17:48: Und das war für mich so das erste Aha-

01:17:50: Erlebnis zu verstehen, ja wie wichtig,

01:17:52: jetzt im übertragenen Sinne, Sprache ist.

01:17:54: Ich meine jetzt gar nicht Sprache,

01:17:55: Deutsch oder Vietnamesisch, sondern auch Sprache wie

01:17:58: Fachsprache und Alltagssprache zum Beispiel.

01:18:01: Es ist total wichtig, wie man sich ausdrückt und wie das bei

01:18:06: anderen Menschen ankommt.

01:18:07: Superspannend.

01:18:08: Noch mal kurz zurückgegangen zum Kochen.

01:18:11: Wenn du jetzt kochst, gehst du dann vorher in eine Apotheke

01:18:13: und besorgst dir deine chemischen Einzelteile oder

01:18:16: gehst du normal

01:18:17: einkaufen?

01:18:19: Also ich bin grundsätzlich

01:18:21: sehr experimentierfreudig.

01:18:23: Alles, was irgendwie eine Challenge ist, zum Beispiel,

01:18:27: ich interessiere mich schon grundsätzlich

01:18:29: für veganes Backen.

01:18:31: Ich, obwohl ich jetzt keine Veganerin bin, finde ich

01:18:35: vegane Küche erst mal in vielerlei Hinsicht eigentlich

01:18:38: die beste Ernährungsweise.

01:18:39: Ich schaffe es noch nicht so ganz, aber ich finde es vor

01:18:41: allem auch chemisch super spannend.

01:18:43: Wie ersetzt man eigentlich ein Ei?

01:18:45: Das ist ja schon von der Konsistenz, spielt es

01:18:47: eine sehr wichtige Rolle beim Backen.

01:18:49: Oder ich habe mal ein Video gemacht über Glutamat

01:18:53: und darüber, dass es ja so ein schlechtes Image hat und das

01:18:56: aber eigentlich in Maßen keine Hinweise darauf gitb,

01:18:59: dass es jetzt so schlecht sein sollte, weil es ja auch

01:19:01: natürlich viel vorkommt in Tomaten oder in Soja.

01:19:05: Da habe ich gelernt, dass es Maggi heißt.

01:19:07: Ja, genau das habe ich auch selber gelernt.

01:19:10: Dass Julius Maggi eigentlich ein Norditaliener, nein, nein,

01:19:15: ein Schweizer war er glaube ich, aber mit

01:19:17: italienischen Eltern und eigentlich

01:19:18: Maggi ausgesprochen wird.

01:19:20: Genau, das ist ja auch Glutamat und das ist ja durchaus in

01:19:24: anderen Ländern und anderen Küchen auch wie in Gewürz

01:19:27: eingesetzt wird, so wie anstatt jetzt nur Salz und Zucker und

01:19:30: Pfeffer zu nehmen, nimmst halt auch ein bisschen Glutamat.

01:19:32: Warum nicht?

01:19:33: Und dann so was bestelle ich mir dann auch direkt,

01:19:35: weil mich das interessiert.

01:19:38: Update, Ich bin nicht so der Fan von Glutamat.

01:19:41: Also für mich dieses pure Glutamat, ah für

01:19:44: mich schmeckt es immer alles wie so Brühe.

01:19:46: Also das Video über Glutamat, das du gemacht hast,

01:19:49: das verlinken wir garantiert auch in den Shownotes.

01:19:51: Das geht hier bei uns in der WG ging das wirklich eine

01:19:53: Weile rum, weil wir nicht glauben konnten, dass das

01:19:57: rassistisch war, dass man gesagt hat, dass irgendwie

01:20:03: asiatisches Essen ungesund ist oder so.

01:20:05: Das war, so ein Witz.

01:20:07: Und der Chemikerinnen anscheinend oder auch

01:20:09: rassistische Aussage, dass die chinesische Restaurant

01:20:12: Krankheit gibt und so.

01:20:14: Und das hab ich alles aus deinem Video gelernt.

01:20:16: Es ist ja so verrückt, wenn man, wenn man lernt,

01:20:19: wo das ursprünglich herkommt.

01:20:20: Das war eigentlich so, ihr könnt es in meinem Video

01:20:23: dann wie gesagt nachschauen, aber es gab so eine Sektion in

01:20:26: so einem wissenschaftlichen Journal,

01:20:28: wo man so Leserbriefe einreichen konnte.

01:20:30: Das war so analog zu der heutigen Kommentarsektion und

01:20:33: da haben halt ein paar Ärzte rum getrollt.

01:20:35: Anders kann man es nicht sagen.

01:20:37: Die haben halt Quatsch gemacht und das war auch teilweise,

01:20:40: ja ziemlich rassistisch.

01:20:41: Weil sie gesagt haben, oh ich war hier im chinesischen

01:20:43: Restaurant und jetzt geht es mir schlecht und dann ahben

01:20:45: andere so höhö ich auch, haha.

01:20:47: Und das kam dann in die Medien und dieses Vorurteil, wurde man

01:20:52: da nicht mehr los.

01:20:53: Also natürlich kann man, das gilt fast für alles,

01:20:56: also wenn man jetzt einfach das völlig übertreibt, ist das

01:20:58: sicherlich auch nicht gut.

01:21:00: Aber wenn man sich einmal klarmacht, wie viel

01:21:03: Glutamat auch in manchen Lebensmitteln

01:21:04: natürlich vorkommt, ist es da auch egal, ob du eine

01:21:07: Tomatensoße kochst und es dadurch konzentrierst oder ob

01:21:10: du das als Pulver, als Salz, als Gewürz einsetzt.

01:21:14: Ja, aber wie gesagt sowas, das bestelle ich mir

01:21:18: dann auch direkt.

01:21:18: Oder wenn ich dann so Sachen wie aus Molekularküche, es gibt

01:21:21: ja in so High End Molekularküche gibt es oft

01:21:25: so Gele, Schäume und Pulver.

01:21:29: Weißt du, was ich meine?

01:21:31: Und ich muss dazu sagen, eigentlich habe ich so ein

01:21:35: bisschen Beef mit Molekularküche,

01:21:37: weil eigentlich nervt mich allein schon der Begriff,

01:21:39: weil der tut so, als wäre das jetzt so Chemie oder so

01:21:43: chemisches Kochen, als ob alles andere nicht

01:21:45: chemisches Kochen wäre.

01:21:48: Und es muss unbedingt Trockeneis

01:21:49: rein.

01:21:51: Genau, Trockeneis, ganz genau.

01:21:53: Vielleicht auch flüssiger Stickstoff.

01:21:55: Es müssen Gele, Schäume und Pulver dabei sein.

01:21:58: Und eine Art und Weise Pulver herzustellen klingt

01:22:01: konzeptionell total toll.

01:22:03: Da gibt es auch ein lustiges Video, schon älteres

01:22:05: von mir, wo wir das versucht haben.

01:22:06: Es war total der Fail.

01:22:08: Man nimmt Maltodextrin, das ist eine Art von Zucker und das ist

01:22:13: ein Zwischenstufe zwischen einem Kohlenhydrat,

01:22:15: also die Stärke und einem kleinem Zucker.

01:22:18: Also das Molekular hat nicht die selben Bausteine,

01:22:20: aber nur so Zucker, sind so einzelne Punkte,

01:22:23: quasi molekular, Stärke, eine lange Kette und

01:22:25: Maltodextrin sind so kleine Segmente.

01:22:28: Und Maltodextrin hat halt die Theorie, es ist im

01:22:32: Gegensatz zu Zucker, was halt überhaupt nicht gut mit Fett

01:22:35: sich mischt, sondern nur in Wasser sich löst, also hat

01:22:39: Maltodextrin die Möglichkeit sowohl Fett zu binden, also da

01:22:42: kann man zum Beispiel Erdnussbutter oder irgendwas

01:22:44: anderes fettiges Schokosoße, Nutella oder so

01:22:47: mit vermischen, dann bindet es zu so schönem Nutella- Oder

01:22:50: Erdnusspulver und dann nimmst du es in den Mund,

01:22:54: das Maltodestrin schmilzt und aus diesem Pulver wird dann

01:22:58: dieses schöne, fettige, dann Schoko Erdnuss Dings,

01:23:01: dieser Übergang.

01:23:02: Das klingt konzeptionell total toll,

01:23:04: aber selbst wenn man das perfekt hinkriegt,

01:23:06: denke ich so, was daran ist jetzt genau geiler, als die

01:23:09: Erdnussbutter oder die Schoko direkt zu essen.

01:23:12: Es ist wirklich nur dieses kurze Erlebnis und es ist

01:23:14: natürlich auch nicht ganz so geil wie die Erdnussbutter,

01:23:17: weil es ja nicht komplett, also du hast ja viel mehr

01:23:19: pure Erdnussbutter, weil du hast ja das Maltodextrin

01:23:21: noch da drin.

01:23:22: Das heißt, ich finde, Molekularküche ist viel,

01:23:24: wir machen es, weil wir es können, oder ich habe

01:23:27: hier was hergestellt,

01:23:28: es ist schwierig herzustellen, technisch beeindruckend.

01:23:31: Aber muss man es auch so essen ?

01:23:33: Over engineered.

01:23:35: Ja, genau.

01:23:37: Aber das ist super spannend, was du sagts.

01:23:39: Meine Mutter ist zum Beispiel auch Ärztin und die hat zu mir

01:23:43: gesagt "Die Dosis macht das Gift".

01:23:45: Genau, das gilt ja wahrscheinlich bei

01:23:47: allem bei Zucker, bei Salz, bei Glutamat garantiert auch.

01:23:50: Ich würde da noch hinzufügen, es gibt auch einfach Gifte,

01:23:53: die man pauschal so nennen kann, weil halt die

01:23:55: kleinste Dosis schon giftig ist.

01:23:57: Aber klar, es ist sehr wichtig zu sagen, dass eigentlich alles

01:24:02: ab einer gewissen Dosis giftig ist.

01:24:04: Genau, was ich interessant finde, also ich bin

01:24:08: von meiner Mutter allein erzogen worden, dass es mich

01:24:11: total überrascht hat zu lesen, dass 1,2 % der Bevölkerung ein

01:24:16: Doktortitel haben, davon 65 % Männer sind und Frauen nur

01:24:22: 35 %.

01:24:23: Was ist da passiert?

01:24:26: Das ist interessant.

01:24:28: Wir sind gerade in der Vorbereitung bei,

01:24:30: für eine Sendung darüber.

01:24:31: Also in der zweiten Staffel MaiThink X.

01:24:33: Die Zahlen haben sich tatsächlich ein bisschen

01:24:36: ein wenig verbessert.

01:24:37: Wenn man jetzt Promotionen anschaut, da sind

01:24:39: es 40 % an Frauen, die ihren Doktortitel machen.

01:24:44: Und dann gibt es einen krassen Drop zwischen Doktorinnen

01:24:47: und Professorinnen, da sind es dann nur noch so 1/4.

01:24:50: Okay.

01:24:50: Also wenn wir es noch mal vielleicht vom Studiena

01:24:53: nfang schauen, also inzwischen ist tatsächlich so, dass die

01:24:55: Hälfte aller Studierenden weiblich sind und dann aber nur

01:24:58: noch 1/4 aller Professuren, jetzt über

01:25:00: alle Fachbereiche hinweg, sind von Frauen besetzt.

01:25:04: Und das hat verschiedene Gründe.

01:25:06: Aber ein ganz wichtiger systemischer ist, sind die

01:25:10: Arbeitsbedingungen in der akademischen Forschung.

01:25:14: Weil das ist ein krasses Bubble Thema.

01:25:17: Es ist ganz interessant, dass ist so ein Problem,

01:25:19: dass wenn man jemanden innerhalb der

01:25:20: wissenschaftlichen Community darauf anspricht, dann muss man

01:25:23: nur so an piksen und dann kotzt es schon so raus,

01:25:25: weißt du was ich meine?

01:25:26: Also, jeder der sehr aktiv in der Wissenschaft ist, kennt das

01:25:31: Problem in jedem Fachbereich, und außerhalb der Wissenschaft

01:25:34: ist es niemandem ein Begriff.

01:25:36: Und deswegen bereiten wir da gerade so eine Sendung vor.

01:25:40: Auf jeden Fall ist es so, dass man, wenn man nach der

01:25:43: Doktorarbeit rausgeht, aus der akademischen Forschung das

01:25:46: funktioniert eigentlich ganz gut.

01:25:47: Dann hat man oft noch seinen Doktortitel, mit dem man

01:25:49: sich dann besonders gut bezahlten Job irgendwo

01:25:51: holen kann, in der freien Wirtschaft oder so.

01:25:53: Wenn man dann aber sagt Nee, ich mach weiter, dann gibt es

01:25:56: fast immer nur einen Grund, nämlich den Wunsch, in der

01:25:59: Forschung zu bleiben.

01:26:00: Wenn du aber so hochqualifiziert bist,

01:26:02: gibt es eigentlich nur eine Endstation.

01:26:03: Es gibt nur eine Art von Stellenbeschreibung,

01:26:06: die du erfüllen kannst.

01:26:07: Und das ist die, ich nenne es mal Vollprofessur,

01:26:09: also eine Professur, Du bist verbeamtet, es ist

01:26:12: unbefristet und so, du hast eventuell auch noch deinen

01:26:14: eigenen Lehrstuhl und so ist es eine tolle Stelle, aber um

01:26:17: dahin zu kommen, musst du ungefähr 10 bis 15 Jahre

01:26:21: lang dahin arbeiten.

01:26:23: Da bist du 30, 40 Jahre alt.

01:26:25: Du bist in so einem ganz komischen

01:26:27: arbeitsrechtlichen Verhältnis, wo du nur von Befristung

01:26:30: zu Befristung gehst.

01:26:32: Und im Gegensatz zu einer Firma, das ist glaube

01:26:34: ich der wichtigste Unterschied,

01:26:35: bei einer Firma schaffen es ja auch nur ganz wenige in die

01:26:38: Führungs- Und Managerposition.

01:26:39: Das ist ja normal.

01:26:40: Aber du kannst halt versuchen vom Chef zur Chef-Chefin und

01:26:45: dann in den Vorstand aufzusteigen.

01:26:46: Wenn du es nicht schaffst, bleibst du halt stehen.

01:26:48: In der Wissenschaft ist es das Besondere, dass wenn du es

01:26:50: nicht schaffst, fliegst du raus.

01:26:52: Es gibt halt keinen Mittelbau, keinen akademischen Mittelbau.

01:26:55: Und das sind alles so systemische Sachen,

01:26:57: die ist sehr krass, die sind sehr familienfeindlich,

01:27:01: diese Arbeitsbedingungen.

01:27:02: Ja, und leider sind wir in Deutschland da immer noch sehr

01:27:04: traditionell in unseren Rollenverteilungen,

01:27:06: und dass da vor allem Frauen verloren gehen, die dann

01:27:09: aufgrund Vereinbarkeit Familien-Beruf, für die kommt

01:27:12: es dann nicht mehr in Frage.

01:27:14: Bei Unternehmen gibt es ja inzwischen sogar, von der

01:27:17: CDU damals glaube ich sogar eingeführt worden,

01:27:21: die Frauenquote in Dachsunternehmen, zumindest in

01:27:24: den Vorstandsetagen, sollte bei mindestens 30 % sein.

01:27:28: Aber ich glaube, das halten die wenigsten ein.

01:27:30: Aber da gab es sogar von der CDU mal eine Bewegung, die mich

01:27:34: zumindest überrascht hatte.

01:27:36: Gibt es so eine Debatte im akademischen Bereich auch?

01:27:39: Es gibt durchaus so Debatten über Frauenquoten oder Ziele,

01:27:44: etwas Ähnliches durchzusetzen, auch wenn man es so

01:27:46: nennt oder nicht.

01:27:47: Ist ja irgendwie so ein politisierter Begriff, den man

01:27:49: nicht gerne verwenden.

01:27:50: Also ich weiß es, dass es zum Beispiel Bemühungen gibt, ja,

01:27:53: bei der Max Planck Gesellschaft zum Beispiel, dass die sehr

01:27:55: dahinter sind, dass sie mehr Direktorinnen haben wollen in

01:27:58: ihren Max Planck Instituten, also die Leitungsposition.

01:28:03: Das Problem ist nur, dass man nicht den Fehler machen darf zu

01:28:06: denken ich führe jetzt eine Frauenquote ein für die

01:28:08: Professuren oder

01:28:09: für Dierektionspositionen, und denkt dann, damit habe ich

01:28:13: jetzt alles getan.

01:28:14: Weil am Ende, ich sag mal überspitzt, dann hast du

01:28:16: halt da lauter kinderlose Frauen.

01:28:20: Sondern man muss das, das ist nur ein Puzzleteil,

01:28:24: glaube ich.

01:28:24: Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass man eine

01:28:25: gute Kinderbetreuung, auch

01:28:27: Kinderbetreuungsmöglichkeiten einführt, so was wie U3.

01:28:30: Es ist natürlich auch ganz viel kulturell natürlich.

01:28:34: Also bei uns zum Beispiel ist es sehr

01:28:38: ungewöhnlich und traditionell.

01:28:40: Ich habe wirklich eine sehr kurze Babypause gemacht und

01:28:44: mein Mann hat halt die ganze Elternzeit genommen,

01:28:47: also über anderthalb Jahre.

01:28:49: Nur als Vergleich die Statistik ist glaube ich, dass so 70 %

01:28:52: der Männer, diese Elterngeld plus zwei Monate nehmen und

01:28:56: mehr auch nicht.

01:28:57: Ja genau.

01:28:58: Und die Frauen dann eher so bei ungefähr einem Jahr Elternzeit

01:29:01: rauskommen oder so 10 bis 12 Monate so was.

01:29:04: Bei uns war es andersrum und das ist dann schon so, dass das

01:29:08: geht auf dem Papier,

01:29:11: aber es gibt natürlich auch so viel indirekten Druck

01:29:15: von Kolleginnen, von Chefinnen auch, die dann

01:29:19: sagen Aha, das ist ja interessant, dass du

01:29:21: da Elternzeit machst.

01:29:22: Was macht denn deine Frau?

01:29:23: Es gibt auf so vielen Ebenen, dass man ich glaube, wir sind

01:29:27: besser darin, Frauen zu empowern in Richtung Karriere,

01:29:31: als auch Männer dazu empowern, klischeehaft

01:29:34: weibliche Rollen einzunehmen.

01:29:36: Es ist ja auch ganz oft so, oder was ich dann höre wie Kita

01:29:39: ruft an, Vater geht ran und die Erzieherin sagt "Ist die,

01:29:43: ist die Mutter zu Hause?".

01:29:45: Achso das gibts bei euch auch noch.

01:29:48: Nee, also das habe ich von Freunden gehört, weil mein

01:29:51: Mitarbeiter Lars, der auch sich viel um, also bei denen

01:29:54: es auch, bei ihnen ist es, bei ihm und seiner Frau ist

01:29:57: es so, dass sie das so recht auf fifty fifty aufteilen und

01:30:01: er dann zum Beispiel auch immer wieder den Kopf

01:30:04: darüber schüttelt, dass er, wie viel er dafür gefeiert

01:30:07: wird zum Beispiel.

01:30:08: Aber auch mein liebling Anekdote von Lars ist, dass er

01:30:11: mit dem Kleinen, also in der in der Trage irgendwie in der

01:30:15: SBahn saß und gegenüber las so eine freundliche ältere Dame,

01:30:19: die dann ihm zugelächelt hatte und dann so gesagt hat "Ja,

01:30:21: das ist schon, ist schon schwierig ohne die Mama".

01:30:25: Obwohl der Kleine, grad total brav war.

01:30:27: Und da ist schon, das steckt tief glaube ich in

01:30:30: unserer Gesellschaft drin.

01:30:31: Und es ist muss sich auf vielen Ebenen was ändern und es muss.

01:30:37: Ich glaube das dauert auch noch ein bisschen so

01:30:39: Schritt für Schritt.

01:30:42: Ich denke, so was wie eine Quote ist ein, ist ein

01:30:45: wirksames Tool vorübergehend, aber keins, das von

01:30:48: alleine irgendwas löst.

01:30:50: Ich finde gerade unglaublich wohltuend,

01:30:51: wie differenziert du das argumentierst, weil ich

01:30:55: auch pro Quote bin und sehr oft dann an Menschen,

01:31:00: gerade auch Frauen, die dann gegen die Quote sind, weil sie

01:31:03: nicht die Quote Frau sein wollen.

01:31:04: Und ich glaube, das ist aber nicht die richtige Debatte.

01:31:07: Ich kann das so gut nachvollziehen, weil mich

01:31:09: nervt das auch.

01:31:09: Mir wird das oft, ich habe schon oft in meiner Karriere

01:31:12: oder auch schon damals in der Wissenschaft,

01:31:14: bei vielen Sachen, die ich getan habe,

01:31:16: dieses Argument gehört.

01:31:17: Bei mir ist ja so der Doppel Bonus, ich bin

01:31:19: die Frau, ich habe Migrationshintergrund und

01:31:21: deswegen bin ich interessant.

01:31:22: Und weißt du was?

01:31:23: Ganz ehrlich, es stimmt auch.

01:31:25: Es macht mich auch interessanter auf einer

01:31:27: oberflächlichen Art und Weise in der Medienwelt in

01:31:29: der ich arbeite.

01:31:30: Es ist so.

01:31:30: Es ist ein Türenöffner, ich finde,

01:31:31: es ist ein Türöffner.

01:31:33: Aber ich weiß auch gleichzeitig, das ist

01:31:35: nicht das, das ist nicht der Kern meiner Arbeit.

01:31:37: Ich weiß, dass ich gute Arbeit mache.

01:31:39: Und wenn das der Türöffner ist mein Gott, ich nehme es.

01:31:41: I take it.

01:31:43: Aber ich kann diesen Frust super nachvollziehen.

01:31:45: Und ich verstehe auch, dass eine Frauenquote alleine

01:31:49: auch diese Klischees und

01:31:53: diese Rollenverteilungen im Kopf zementieren kann,

01:31:56: weil dann gerade, Männer sage ich jetzt einfach

01:31:58: mal vorzugsweise, dass die dann sagen, Ja gut,

01:32:02: ohne die Frauenquote hätten wir die jetzt nicht.

01:32:05: Und dass man nicht den entsprechenden

01:32:06: Respekt entgegengebracht bekommt.

01:32:08: Aber das sind einfach Wachstumsschmerzen,

01:32:11: glaube ich, die man so mitnehmen muss.

01:32:13: Und ich denke schon, dass wir nicht davon sprechen.

01:32:19: Klar, es ist ein Übergangs Tool.

01:32:21: Also ich denke immer, es muss Tools geben.

01:32:23: Man muss halt aktuelle Ungerechtigkeiten erkennen

01:32:26: und schauen, wie können wir die Rahmenbedingungen so setzen,

01:32:28: dass es irgendwie gerechter für alle ist?

01:32:30: Das Ziel muss es natürlich sein, eine Welt

01:32:33: zu schaffen, in der die Chancengleichheit wirklich echt

01:32:36: ist und wo man eine Quote nicht mehr braucht.

01:32:37: Also das Ziel der Quote muss eigentlich sein,

01:32:39: sie sich selbst abzuschaffen.

01:32:41: Dass du gute Arbeit machst, sagen vor

01:32:43: allem deine Followerinnen, wenn man sich mal

01:32:45: anguckt auf YouTube, was so 1,5 Millionen Abonnentinnen,

01:32:50: das schafft ja auch nicht jeder und jede, also ich bin

01:32:54: bei 5000, wenn wir ehrlich sind.

01:32:57: Liebe Freunde, der Sonne die grad zuhören, schaut gerne

01:33:01: mal bei Raul vorbei.

01:33:03: Und wie fühlt sich das an, so viel Vertrauen

01:33:06: entgegengebracht zu bekommen?

01:33:08: Und die Frage, die ich mir dann oft stelle, auch mit

01:33:10: der Reichweite, die ich habe auf Social Media,

01:33:14: zumindest Instagram

01:33:15: und so weiter, inwieweit grenzt dich das und schränkt dich das

01:33:18: auch wieder ein?

01:33:20: Doppelt und dreifach zu überlegen,

01:33:22: was mache ich jetzt mit dieser Reichweite?

01:33:25: Also dieses doppelt, dreifach, mach ruhig vier

01:33:27: und fünf draus, lso das ist definitiv der Fall.

01:33:31: Grenzt mich das ein?

01:33:32: Es grenzt mich insofern ein, dass ich viel weniger poste,

01:33:34: das stimmt schon, aber ist das so schlimm?

01:33:37: Ich würde mir wünschen, wir würden alle 4 bis 5, 6 mal

01:33:40: drüber nachdenken und würden alle ein bisschen weniger

01:33:42: posten und lieber Qualität statt Quantität.

01:33:45: Also ich finde, wir sollten uns schon bewusst machen, ich habe

01:33:49: als Konsumentin, ich muss nicht MaiLab haben.

01:33:53: Ich habe auch als passive, oder ich benutze jetzt TikTok

01:33:57: zum Beispiel nur passiv, weil mich das

01:33:59: mal interessiert hat.

01:33:59: Ich wollte diese App verstehen und auch da habe ich in meinem

01:34:03: kleinen Teil einen Einfluss.

01:34:05: Ich habe eine gewisse Macht.

01:34:06: Ja, wir tun ja immer so, als als sei Reichweite so

01:34:10: etwas abstraktes, irgendwas mathematisches,

01:34:14: aber letztendlich ist Reichweite einfach nur,

01:34:15: wie viele Leute irgendwas schauen.

01:34:17: Und man hat einen Einfluss, indem man

01:34:21: Inhalte bewusst auswählt.

01:34:23: Zum Beispiel muss ich jetzt irgendwie diese Verschwörungs

01:34:26: Ideologie von Telegram screenshotten und teilen,

01:34:29: obwohl ich sie eben nicht habe, also obwohl

01:34:32: ich weiß, dass sie falsch ist, obwohl ich mich eigentlich

01:34:34: drüber aufrege und diesen Frust teilen möchte.

01:34:36: Aber ist es wirklich so schlau, das dann

01:34:37: weiterzuverbreiten?

01:34:39: Das ist das Eine.

01:34:40: Und wenn ich natürlich selber etwas etwas sende, wer könnte

01:34:44: das sehen?

01:34:44: Was hat das für einen Mehrwert?

01:34:46: Was sind die Konsequenzen?

01:34:48: Es ist eben nicht so, dass ich das jetzt mal hier schnell in

01:34:51: vier Wänden irgendjemanden mal einfach so sage, sondern das

01:34:55: hat einen größeren Impact und ich bin unterm Strich bin ich

01:35:00: einfach nur froh.

01:35:01: Ich bin total dankbar für diese große Reichweite,

01:35:03: weil natürlich, alle Medienschaffenden

01:35:06: wollen halt, dass die Inhalte von so vielen Menschen wie

01:35:10: möglich gesehen werden.

01:35:10: Ist ja klar.

01:35:11: Und ich habe, glaube ich den Vorteil, wenn ich mir jetzt

01:35:15: vorstellen würde, ich wäre so eine Lifestyle Influencerin

01:35:19: oder ich würde über mein Leben bloggen, hätte jetzt eins

01:35:21: Komma was weiß ich wie viele Millionen Leute, die mir jeden

01:35:24: Tag zu schauen, dann fände ich das super scary.

01:35:27: Aber ich kann meine Öffentlichkeit immer sehr gut

01:35:31: von meiner Person trennen, weil ich

01:35:33: über Wissenschaft spreche,

01:35:35: ich habe immer Belege, Fakten, Evidenz, an die ich mich halt

01:35:38: so festhalten kann.

01:35:39: Und wenn dann jemand, wenn ich da Hass bekomme, sind das oft

01:35:44: einfach Ideologien, die mit dieser Wissenschaft crashen.

01:35:47: Das hat nicht mit mir zu tun und das ist nicht mein Problem

01:35:49: und ich kann das immer da sehr gut trennen und deswegen komme

01:35:52: ich damit glaube ich, ganz gut klar.

01:35:54: Kriegst du das persönlich noch mit oder hast du jemanden,

01:35:57: der das vorfiltert?

01:35:58: Ne, ich habe zum Glück, also ich bin

01:36:00: da sehr privilegiert.

01:36:01: Ich werde oft gefragt, wie ich damit umgehe.

01:36:03: Und das ist in meinem Fall nicht so leicht,

01:36:05: nicht so schwierig, weil ich habe ein tolles Team

01:36:07: um mich herum.

01:36:08: Es ist nicht so leicht, mich direkt überhaupt zu

01:36:10: erreichen und ich sehe de facto auch höchstens zufällig

01:36:14: mal irgendwas, aber ich sehe das meist einfach gar nicht.

01:36:17: Das heißt, das ist so ein bisschen Screaming in

01:36:20: to the void, ehrlich gesagt.

01:36:21: Und mein Team ist natürlich dafür zuständig,

01:36:25: es ist natürlich, mir ist persönlich wirklich sehr egal,

01:36:29: wenn mich persönlich jemand beleidigt, weil ich habe

01:36:31: da eher fremd was, was ich fühle wenn ich so was lese,

01:36:33: dann ist wirklich Fremdscham für diese andere Person.

01:36:37: Und ich meine, es ist auch gar nicht zynisch.

01:36:38: Ich habe aufrichtig ein bisschen Mitleid, weil ich mir

01:36:40: denke "was ist das für eine armselige,

01:36:42: unglückliche Person?".

01:36:45: Aber es ist natürlich ganz wichtig, das zu wissen.

01:36:48: Das lesen ganz viele Menschen mit, sagen mir Jemand

01:36:51: beleidigt mich rassistisch.

01:36:52: Was passiert mit anderen?

01:36:54: Zum Beispiel wir Deutschen, die das lesen?

01:36:57: Und deswegen versuchen wir schon,

01:37:00: mit den Kapazitäten, die wir haben,

01:37:02: entsprechend auch zu moderieren,

01:37:04: Sachen anzuzeigen, wenn sie denn strafbar sind und so,

01:37:06: aber das muss ich zum Glück alles nicht machen.

01:37:08: Und das ist für mich schön und so aber, oder keine Ahnung.

01:37:12: Gehe ich,

01:37:13: wenn ich jetzt eine Lesung habe oder so, habe ich immer

01:37:14: persönliche Security dabei und das ist alles gut, für mich.

01:37:19: Ich finde es nur ziemlich erschreckend, dass man

01:37:21: das alles haben muss, um da mit Seelenfrieden das

01:37:24: machen zu können.

01:37:25: Und deswegen sage ich auch immer, wenn Leute mich

01:37:27: fragen "Wie gehst du damit um mich?", so frage nicht mich

01:37:29: frag andere Frauen oder

01:37:33: fragt Menschen, die da nicht die Ressourcen haben, da so

01:37:36: ein Team aufzubauen.

01:37:38: Wir haben wirklich ein Problem, wir haben noch,

01:37:41: es fehlen uns glaube ich, Regeln für diese,

01:37:44: für die aktuelle Zeit.

01:37:46: Manche tun noch so, als wäre online und die analoge Welt,

01:37:49: als wären das zwei trennbare Welten.

01:37:51: Das ist schon lange nicht mehr so!

01:37:53: Ja, wir haben da wirklich ein

01:37:54: gesellschaftliches Problem.

01:37:55: Aber ich bin da einfach sehr privilegiert in diesem System.

01:37:59: Du gehst mit Security aus dem Haus, oder nur zu den

01:38:01: Sachen?

01:38:01: Nein, also zu angekündigten Sachen.

01:38:04: Also das ich jetzt.

01:38:05: Das ist aber auch krass, oder?

01:38:07: Also dann musst du ja, das sind ja auch deine Kosten am

01:38:09: Ende.

01:38:10: Nein.

01:38:11: Also es istatsächlich ist es dann, der Verlag

01:38:14: unterstützt mich da oder die

01:38:15: entsprechenden Veranstalter.

01:38:16: Das heißt, entweder muss es die Veranstaltung tragen,

01:38:20: der Verlag und das ZDF, also der Sender unterstützt

01:38:22: mich da sehr.

01:38:23: Und deswegen sage ich, ich bin da extrem privilegiert,

01:38:24: sonst könnte ich das ja gar nicht,

01:38:26: gar nicht machen.

01:38:27: Und ganz ehrlich, ich bin auch gar nicht so, auf manche mache

01:38:30: ich so ein bisschen taff wirken bin ich vielleicht in einer

01:38:32: gewissen Definition schon, aber ich bin überhaupt nicht

01:38:35: der Typ Mensch, der sich jetzt mit seiner Haltung in den

01:38:38: öffentlichen Sturm stellt und dann aus Prinzip das aushält.

01:38:42: Das bin ich garnicht, glaube ich.

01:38:43: Ich habe da einfach meine persönlichen Grenzen, wo ich

01:38:45: sagen würde, das würde ich nicht mehr mitmachen.

01:38:47: Und dann wären mir andere Sachen auch wichtiger,

01:38:50: würde ich mich zurückziehen.

01:38:52: Ich glaube, ich sehe das nur nicht, diese Gefahr einfach

01:38:54: nicht in diesem Themenbereich, den ich

01:38:56: bearbeite nämlich Wissenschaft.

01:38:58: Aber da habe ich schon ganz schön Respekt vor anderen,

01:39:01: die sich da wirklich in eine sehr verletzliche,

01:39:04: angreifbare Position begeben.

01:39:06: Und es macht mir, bereitet mir echt Kopfzerbrechen, wie,

01:39:11: wie rau, also wie unmenschlich und unempathisch das

01:39:15: teilweise geworden ist.

01:39:17: Das macht mir genauso viel Sorgen, was unsere

01:39:20: Zukunft betrifft, wie der Klimawandel.

01:39:22: Wenn ich jetzt in die Zukunft meiner Tochter denke,

01:39:23: zum Beispiel.

01:39:24: Du kennst ja interessanterweise total viele Aspekte des Themas

01:39:30: Hass im Netz und Kommunikation.

01:39:32: Du kennst aber auch die klassischen Medien und du hast

01:39:35: gerade gesagt, dass ein Screenshot von dem

01:39:38: Telegram Post, ob man den veröffentlichen und

01:39:42: verbreiten muss, man immer fragen sollte.

01:39:44: Was für eine Verantwortung glaubst du, haben eigentlich

01:39:47: klassische Medien bei der Reproduktion von Dingen, die im

01:39:51: Internet gesagt wird?

01:39:52: Werden dadurch Dinge plötzlich sagbarer?

01:39:54: Kommt daher die Implücke, die wir haben, weil wir den

01:39:58: Corona Leugnerinnen, den Querdenkerinnen so viel

01:40:01: Raum gegeben haben in der Öffentlichkeit,

01:40:04: dass plötzlich Dinge sagbar wurden?

01:40:07: Hm, ich vermute, dass das definitiv ein Faktor ist.

01:40:10: Ja.

01:40:11: Das ist so meine, meine Einschätzung.

01:40:14: Ist immer schwierig, so was zu belegen.

01:40:15: Man könnte auch argumentieren, es wäre so oder so passiert.

01:40:18: Ich denke natürlich schon, ich sage natürlich, weil ich

01:40:23: mache ja diesen Job, weil ich auch davon überzeugt bin,

01:40:25: dass dieser Job einen Unterschied macht und dass ich

01:40:27: irgendwas bewegen kann, deswegen glaube ich

01:40:29: entsprechend auch, dass man als Medienschaffende eine gewisse

01:40:33: oder eine große Verantwortung hat.

01:40:36: Und ich sehe gerade auch im Fernsehen eine besonders

01:40:38: große Verantwortung, weil einerseits sagt man in der

01:40:41: Branche auch Ja, das Fernsehen stirbt aus, bla bla bla.

01:40:44: Aber ganz ehrlich, es ist noch extrem Diskurs gebend,

01:40:48: das Fernsehen.

01:40:49: Also agenda setting, entsteht vor allem

01:40:52: durchs lineare Fernsehen.

01:40:53: Was in den ganzen Polit talkshows diskutiert wird,

01:40:57: wird dann am nächsten tag in den zeitungen noch

01:40:59: mal aufgearbeitet, wiedergekäut und so und landet

01:41:03: so am Ende auch noch an den am Abendessentisch.

01:41:06: Irgendwie so in der politischen Diskussion mit der Familie und

01:41:10: da hat man auf jeden Fall schon eine große Verantwortung.

01:41:13: Also ich krieg schon die Krise, wenn dann zum

01:41:15: Beispiel Sahra Wagenknecht bei Anne Will sitzt und dann

01:41:19: einfach einfach so faktisch falsche Dinge sagt, wie zum

01:41:22: Beispiel "Der Impfstoff ist nicht nicht sicher genug,

01:41:24: ich warte lieber", also sie wartet lieber auf den Tot-

01:41:26: impfstoff.

01:41:27: Also was heißt faktisch falsch?

01:41:27: Das kann sie ja gerne so sehen, aber es

01:41:29: ist einfach falsch.

01:41:31: Also die implizite Behauptung, dass der Totimpfstoff sicherer

01:41:34: wäre als der aktuelle, ist einfach falsch.

01:41:36: Und dann weiß ich gar nicht, wenn ich das jetzt

01:41:39: wohlwollend interpretiere, dann würde ich nicht sagen Ja,

01:41:42: die Redaktion will Quote machen,

01:41:44: die wollen Konflikte.

01:41:46: Wohlwollend interpretiert, würde ich dann sagen,

01:41:48: die Redaktion hat verstanden, dass Wagenknechts Positionen

01:41:52: durchaus vertreten sind in der Bevölkerung, zum Beispiel

01:41:55: bei allen, die sich nicht impfen lassen wollen

01:41:56: zum Beispiel, die sollten wir aufgreifen und wir sollten das

01:42:00: debattieren lassen von, ich glaube,

01:42:02: Karl Lauterbach war da.

01:42:03: Dessen Aufgabe es war halt, das dann mühsam in zehn,

01:42:06: also ein Einsatz Falschinformtation,

01:42:10: zehn Sätze die Bahn neuer Satz Falschinformation,

01:42:13: zehn Sätze, die war gegen.

01:42:15: Und da habe ich eine ganz andere redaktionelle Meinung.

01:42:17: Meine Meinung ist, es gibt Sachen, die kann

01:42:19: man debattieren, wie zum Beispiel Impfpflicht.

01:42:21: Es gibt Sachen, die ich mal nicht debattieren, zum Beispiel

01:42:23: Sicherheit von Impfstoffen auf Basis von Evidenz.

01:42:25: Und die sollte man auch nicht debattieren.

01:42:26: Das heißt, man sollte gerne die Sorgen aufgreifen.

01:42:29: Zum Beispiel ist "Sollte ich lieber auf den Tod

01:42:32: Impfstoff wagen?".

01:42:32: Diese Frage, finde ich, darf man nicht ignorieren,

01:42:34: aber man sollte sie erklären lassen.

01:42:37: Man sollte Raum einräumen, wo man sagt, so jetzt kommt

01:42:39: jemand und erklärt es euch.

01:42:41: Und nicht debattieren lassen, wo beim Laien hängen bleibt,

01:42:45: na gut, da gibt es verschiedene Meinungen.

01:42:47: Eine aktuelle Studie der Westfälischen Wilhelms

01:42:49: Universität Münster hat gezeigt, dass während der

01:42:52: Pandemie das Vertrauen der Bevölkerung in die Wissenschaft

01:42:56: und Wissenschaftskommunikation deutlich zugenommen hat.

01:42:59: Die Gruppe die

01:43:02: der Wissenschaft misstraut ist mit 7-8 % der Befragten

01:43:05: sehr gering, heißt es darin.

01:43:07: Wie schaffst du es bei, bei diesen 7-8 %, die so viel

01:43:13: Öffentlichkeit bekommen, aber als Wissenschafts-K

01:43:16: ommunikatorin nicht zur Aktivistin zu werden und zu

01:43:20: sagen ich zünde alles an macht doch eure Scheiß

01:43:24: allein und so, sondern immer cool zu bleiben und

01:43:26: immer faktisch korrekt.

01:43:28: Und so auch diese Gelassenheit da rein zu bringen.

01:43:31: Ich versuche da schon stoisch zu sein, stoisch im Sinne von,

01:43:34: wo kann ich was ändern, wo kann ich eh nichts ändern.

01:43:36: Und ich glaube, wenn jetzt jemand denkt, hier, die Mai ist

01:43:41: irgendwie mit Bill Gates befreundet und die will einfach

01:43:44: nur Impf-Money einsacken und was weiß ich, diie trifft sich

01:43:48: mit Angela Merkel.

01:43:49: Möglicherweise ist sie auch noch ein Reptiloide.

01:43:51: Ich habe das schon gehört.

01:43:53: Dann ist für mich ziemlich klar, dass ich diese

01:43:55: Person niemals überzeugen werde.

01:43:57: Da geht es ja, irgendwann verlässt man ja auch

01:44:00: die rationalen Argumente.

01:44:03: Ich sage immer, der Weg in den Kopf geht über den Bauch.

01:44:05: Und wenn da einfach das Bauchgefühl zu stark ist oder

01:44:08: wenn eine gewisse Überzeugung da sind, da kann

01:44:10: man nichts machen.

01:44:11: Das wäre auch total verschwendete Zeit

01:44:13: und Energie.

01:44:13: Aber ich weiß natürlich, niemand wird mit solchen

01:44:17: Ideologien überzeugen geboren.

01:44:19: An irgendeinem Punkt im Leben fängt man damit an, dass man

01:44:22: erst mal eigentlich fortschrittlich anfängt,

01:44:25: nämlich überhaupt etwas kritisch hinterfragt.

01:44:27: Das muss man ja wirklich zugestehen,

01:44:29: weil viele, die einfach der Wissenschaft blind vertrauen,

01:44:31: vertrauen blind.

01:44:32: Sie sagen Okay, ich habe keine Ahnung davon, ich mache

01:44:34: einfach das, was die Ärztin mir sagt.

01:44:36: Oder ich mach einfach das, was die Virologen mir sagt.

01:44:38: Ich meine, das ist ja schon mal ein Vorteil zu sagen, ich denke

01:44:40: mal gerne selber nach.

01:44:41: Das ist schon mal sehr wissenschaftlich so zu denken

01:44:43: und dann aber irgendwann abtreten und dann halt sich

01:44:46: sehr einseitig informieren.

01:44:48: Confirmation Bias, das heißt Informationen, die zu

01:44:51: meinem Weltbild passen, dem viel Gewicht zu geben,

01:44:54: Informationen, die dagegen sprechen,

01:44:55: zu ignorieren oder sich weg zu rationalisieren.

01:44:58: Und irgendwann bin ich dann wirklich ein Punkt.

01:45:00: Dann ist nichts mehr zu machen.

01:45:01: Aber ich fange meine Hoffnung und oder meine

01:45:04: Überzeugung ist, dass ich halt immer mit jedem Beitrag

01:45:08: Leute abhole, die gerade dabei sind sich zu informieren oder

01:45:12: auf dem Weg sind und noch offen sind.

01:45:15: Und das muss, es muss einfach so sein.

01:45:17: Ich glaube, die eigentliche Schwierigkeit besteht darin,

01:45:20: präsent vielleicht zu sein.

01:45:22: Am Ende ist es ein Krieg um Aufmerksamkeit.

01:45:25: Also wer wird eigentlich angezeigt dann zum Beispiel

01:45:27: wenn ich irgendwas google oder auf der YouTube

01:45:29: Startseite und so.

01:45:31: Und eine wirksame Maßnahme gegen Desinformation ist

01:45:33: einfach gut vertretbare, sichtbare,

01:45:37: ja verlässliche Information.

01:45:38: Aber glaubst du zum Beispiel das funktioniert, wenn YouTube

01:45:41: unseren Verschwörungstheoretikerinnen

01:45:42: einen Video

01:45:45: keine Ahnung, wissenschaftlich belegte Fakten

01:45:48: hinterlegt?

01:45:48: Nein,

01:45:50: ich glaube, das bringt nichts.

01:45:52: Das machen die seit Jahren und es wird ständig gesagt das ist

01:45:54: jetzt das neue Ding.

01:45:55: Also was ich spannend finde, ist das YouTube, das hat mich

01:45:58: wirklich auch überrascht, denn ja irgendwann angefangen

01:46:00: hat auch Kanäle zu sperren oder bestimmte Inhalte zu sperren.

01:46:04: Und da bin ich selber noch nicht ganz zu Ende mit meinen

01:46:06: eigenen Überlegungen, wie ich das finde.

01:46:08: Ja, natürlich bin ich erst mal gut,

01:46:10: wenn Desinformation weg ist.

01:46:11: So, aber ist es dann eine große Prinzipienfrage.

01:46:15: Und dann ist auch so die Frage wer entscheidet.

01:46:17: Das is auch recht intransparent.

01:46:19: Wer sitzt da eigentlich?

01:46:19: Was ist das dann.

01:46:21: Genau, ist das überhaupt demokratisch legitimiert

01:46:23: und so.

01:46:24: Es ist, ich glaube man kann hier mit Zensur und

01:46:26: Meinungsfreiheit eigentlich nicht so weit argumentieren

01:46:28: hier bei YouTube, weil es ist einfach eine

01:46:29: private Plattform, die können natürlich ihr Hausrecht

01:46:32: aufstellen wie sie wollen.

01:46:33: Eh ja, ich finde es einfach spannend,

01:46:37: weil ich glaube, dass wir müssen uns wahrscheinlich

01:46:38: zunehmend genau diese Fragen stellen.

01:46:40: Es ist völlig offensichtlich, dass es da keine guten

01:46:42: pauschalen Antworten gibt, sondern man auch immer sehr

01:46:45: gut differenzieren muss.

01:46:46: Ja, ich ich finde es spannend , weil

01:46:50: es wäre ja toll, ganz theoretisch, wenn es so

01:46:53: was gäbe wie ein Grundrecht auf verlässliche

01:46:56: Information.

01:46:57: Ja.

01:46:57: Aber das ist irgendwie so eine, so ein

01:47:00: naives Hirngespinst von mir.

01:47:01: Weil wer soll dieses Grundrecht denn verteidigen?

01:47:04: Wie soll es denn verteidigt werden?

01:47:06: Aber vielleicht gibt es ja Möglichkeiten,

01:47:08: so ein bisschen, bisschen einzugrenzen.

01:47:10: Ich verfolge auch total gespannt die Debatte um

01:47:12: zum Beispiel Klarnamenpflicht.

01:47:14: Da bin ich auch noch nicht ganz am Ende mit meiner,

01:47:16: mit meiner Meinung, weil natürlich

01:47:18: viele richtig sagen, guck mal hier, ich kann

01:47:21: dir so, ich kann hier eine ganze Liste oder ein Buch

01:47:24: voller Klarnamen Kommentare geben,

01:47:26: die so hasserfüllt sind.

01:47:28: Das hindert die nicht daran.

01:47:30: Und dann frage ich mich so ja, gehe ich total mit?

01:47:33: Das überzeugt mich auch das Argument.

01:47:35: Die Frage ist vielleicht so bisschen don't let the perfect

01:47:39: be the enemy of good.

01:47:40: Nur weil es nicht bei allen funktioniert, wird es

01:47:42: denn wenigstens ein bisschen helfen.

01:47:45: Und dann ist auch so die Frage.

01:47:47: So wie die Frauenquote?

01:47:48: Ja, genau.

01:47:49: Aber dann ist natürlich auch so auch wieder scary.

01:47:52: Natürlich ist die Anonymität einer der wichtigsten,

01:47:54: der wichtigsten Teile des Internets.

01:47:56: Und dann muss man auch sagen, aber ist jetzt diese Freiheit,

01:47:59: können wir die uns überhaupt noch leisten?

01:48:00: Also man muss einfach Szenarien aufstellen und vielleicht

01:48:03: erst mal akzeptieren.

01:48:04: Also diese Ponyhof Welt vom Internet, wo alles

01:48:07: demokratisch und frei ist und gleichzeitig irgendwie gibt es

01:48:11: vielleicht nicht mehr und wir müssen uns irgendwie auf das

01:48:13: Set von Regeln einigen, das das kleinste Übel ist oder so?

01:48:17: Hast du dich schon mal öffentlich für etwas

01:48:19: entschuldigen müssen, was du vielleicht falsch gemacht hast

01:48:22: oder wo Kritikerinnen dich überzeugt haben?

01:48:28: Ich habe, also ich glaube, ich würde vor allem,

01:48:32: wenn irgendwas ganz faktisch falsch ist, würde ich das

01:48:35: irgendwie kenntlich machen und dann ganz runter nehme.

01:48:38: Ich würde zum Beispiel, dann fände ich es

01:48:39: einfach verantwortungslos, irgendwie faktisch falsche

01:48:41: Sachen noch irgendwie öffentlich zu haben.

01:48:44: Ich glaube einfach, dass ich so extrem sorgfältig bin.

01:48:47: Ich habe ja auch noch ein Team, wie gesagt,

01:48:49: ein ganz tolles.

01:48:50: Und wir sind da sehr, sehr sorgfältig,

01:48:52: dass wir sagen, was können wir wirklich belegen?

01:48:56: Und selbst wenn sich Belege ändern, ist das ja haben

01:48:59: wir trotzdem nichts falsch gemacht.

01:49:01: Weil wir haben ja gesagt, das sind die Belege, und das

01:49:03: ist die Schlussfolgerung daraus und ich bin auch immer

01:49:06: sehr vorsichtig, wenn es darum geht,

01:49:08: meine Meinung zu äußern.

01:49:09: Und Meinungen können sich, da kann

01:49:11: man natürlich widersprechen.

01:49:14: Aber dass ich jetzt so sage, da müsste ich mich

01:49:16: jetzt entschuldigen, ist jetzt noch nicht vorgekommen.

01:49:19: Also ich nehme mal ein Beispiel.

01:49:20: Also ich gebe mein Beispiel jetzt nicht, icht,

01:49:22: dass ich das von dir gehört hätte, aber

01:49:26: ich werde zum Beispiel sehr häufig kritisiert, wenn ich

01:49:27: falsche Wörter gebrauche.

01:49:29: Wenn ich sage, dass ist dumm oder ich bin auf dem rechten

01:49:34: Auge blind oder jemand ist auf dem linken Ohr taub

01:49:38: und meine was anderes als vielleicht bei den

01:49:41: RezipientInnen ankommen sein könnte.

01:49:44: Wie gehst du dann damit um?

01:49:45: Weil es ist ja auch auf der anderen Seite oft Volkssprech.

01:49:48: Klar, stimmt.

01:49:50: Das ist glaube ich natürlich jetzt bei dir als Aktivist

01:49:54: ist es, glaube ich da noch mal, hat es vielleicht

01:49:57: noch einen anderen Stellenwert,

01:49:58: auch bei deinem Publikum.

01:50:00: Ich kriege so Kritik auch ständig und ich

01:50:02: versuche einfach, da auch dazuzulernen,

01:50:04: darauf zu achten gleichzeitig.

01:50:06: Ich sehe das alles sehr technisch, weil es gibt

01:50:08: ja auch Korrektheit.

01:50:10: Also es gibt zum Beispiel politische Korrektheit, es gibt

01:50:13: aber zum Beispiel auch

01:50:13: wissenschaftliche Korrektheit.

01:50:15: Und wenn man zum Beispiel sagt, ich vereinfache

01:50:19: das jetzt, ich weiß, es ist eigentlich falsch, da kriege

01:50:22: ich zum Beispiel auch ein bisschen Ärger immer wieder

01:50:25: von Fachleuten, die dann, die mir das sagen, aber das

01:50:27: stimmt doch so nicht.

01:50:28: Und da sage ich auch Ich weiß, aber ich, also Kommunikation

01:50:32: ist das, was beim anderen ankommt.

01:50:33: Das ist so das Mantra, an das ich glaube.

01:50:36: Und wenn man das Mantra glaubt, muss man

01:50:37: auch akzeptieren, es kann unmöglich bei

01:50:40: allen gleich ankommen.

01:50:41: Und ich muss immer die Abwägung machen Wer ist eigentlich

01:50:43: mein Publikum, wen will ich am ehesten erreichen?

01:50:45: Und kommt es bei dieser Gruppe so an, wie ich will?

01:50:48: Das ist immer das Ziel.

01:50:49: Und wenn es dann zum Beispiel um, ich versuche

01:50:53: jede alles, was ich sage, ich möchte auf keinen Fall mit

01:50:56: Sprache irgendwie eine schädliche Narrative noch

01:50:59: bedienen oder auch Menschen verletzen.

01:51:01: Aber ich muss auch immer gucken, gibt es denn

01:51:05: gegebenenfalls irgendwie die Möglichkeit, das auch

01:51:08: so misszuverstehen, dass man auch sagen könnte, okay,

01:51:11: das ist jetzt vielleicht auch, das könnte jetzt

01:51:13: auch bewusst sein.

01:51:15: Oder ist es so etwas, was im allgemeinen Verständnis immer

01:51:18: noch so ist?

01:51:19: Ich hatte zum Beispiel, wenn ich jetzt zum

01:51:21: Beispiel sage, ich rede von, in einem schnellen Satz,

01:51:26: von People of Color oder BIPoC usw, dann müsste ich das

01:51:31: jetzt dann könnte ich ja sagen, kommt drauf an,

01:51:33: in welchem Kontext ich das benutzen würde.

01:51:34: Wenn ich das jetzt irgendwo, wenn ich jetzt weiß,

01:51:38: mein Publikum ist einfach so ein sehr breites und ich müsste

01:51:41: das erst mal erklären und habe jetzt aber in einem Statement

01:51:43: von einer Minute weiß ich nicht, Radiointerview oder

01:51:45: so keine Zeit, dann würde ich das auch nicht machen, weil es

01:51:48: geht mir immer darum,

01:51:49: also für mich, ich glaube, Kommunikation ist das,

01:51:51: was beim anderen ankommt.

01:51:53: Und ich weiß aus der Wissenschaftskommunikation,

01:51:55: dass es unmöglich ist, alle glücklich zu machen.

01:51:58: Und da versuche ich halt auch jedes Mal immer

01:52:00: so ein bisschen, bisschen abzuwägen und

01:52:03: lerne auch dazu.

01:52:04: Ich weiß noch, dass ich einmal habe ich im Nachhinein

01:52:06: echt auch verstanden, ich habe mal ein Video über über

01:52:10: neurologische Trans-Forschung gemacht.

01:52:12: Also inwieweit gibt es so was wie ein Trans-Gehirn?

01:52:17: Und das war jetzt ganz spannend, weil es gibt

01:52:19: schon so etwas wie ein männliches und weibliches

01:52:21: Gehirn zum Beispiel im Durchschnitt.

01:52:22: Es gibt bestimmte Features, wie einfach bei Frauen ist dann

01:52:26: diese eine Hirnregion dicker, bei Männern ist sie dünner

01:52:29: und so, aber natürlich ist die Überlappung sehr groß.

01:52:32: Und dann ist halt wichtig zu sagen,

01:52:34: es gibt die Unterschiede, aber letztendlich sind halt

01:52:36: Frauen zum Beispiel untereinander viel

01:52:38: verschiedener als der Durchschnittsmann

01:52:39: oder die Durchschnittsfrau.

01:52:41: Und das Spannende ist, dass es eben da Forschung gibt,

01:52:43: ob vielleicht eine Transfrau vielleicht neurologisch als

01:52:47: Frau eingeordnet werden würde und nicht als Mann.

01:52:49: Und da gibt es Hinweise.

01:52:52: Und dann weiß ich natürlich, wenn ich so ein Video mache,

01:52:54: möchte ich vor allem halt sehr niederschwellig sein.

01:52:56: Ich möchte, mein Ziel ist es vor allem, ich freue mich,

01:52:59: wenn ich vor allem Nichtakademiker,

01:53:02: erreiche, die zum Beispiel gar nicht wissen,

01:53:04: was Akademikerinnen, wofür zum Beispiel die Lücke steht.

01:53:08: Das wissen viele einfach nicht.

01:53:09: Das ist eine sehr, wir sind hier in der

01:53:11: privilegierten akademischen Bubble.

01:53:13: Für uns ist das klar, aber ich weiß, wenn ich jetzt

01:53:15: irgendwo aufs Land gehe oder auf, oder wenn ich jetzt

01:53:18: irgendwie auf eine Baustelle gehe und da mit den

01:53:19: Bauarbeitern spreche, die wissen nicht, was ich

01:53:21: unbedingt meine mit Akademikerinnen.

01:53:23: Also wenn ich dann mit den Leuten, wenn ich dann da

01:53:25: mit sprechen muss, okay müssen erst mal erklären, was ist

01:53:28: trans?

01:53:29: Und ich habe damals so was gesagt wie trans Frauen,

01:53:35: irgendwie so, dass biologisch Männer,

01:53:38: die sich fühlen wie Frauen.

01:53:40: Und da habe ich eine ganz, total

01:53:41: respektvolle Nachricht bekommen.

01:53:43: Ich glaube, ich bin mir nicht mehr ganz sicher.

01:53:45: Ich meine, es war ein Transmann.

01:53:47: Und er hat mir gesagt ey, bei allem Respekt, macht das

01:53:50: bitte nicht wahr, das kann total verletzend sein,

01:53:52: weil wir fühlen uns, ich fühle mich nicht wie ein Mann,

01:53:55: ich bin einfach einer.

01:53:56: Ja.

01:53:57: Und es hat mir total eingeleuchtet, und dann

01:53:58: habe ich gemeint, Ich kann aber nicht sagen, das sind Männer,

01:54:01: wenn ich Menschen, die nicht wissen was trans ist, das erst

01:54:04: mal erklären muss.

01:54:05: Aber wenn ich das jetzt damals auf dem Schirm gehabt hätte,

01:54:06: hätte ich auf jeden Fall mit längerem Überlegen eine

01:54:09: Formulierung gefunden, die auf jeden Fall klar geht.

01:54:12: Aber das, wo ich gesagt habe okay, verstehe ich,

01:54:14: aber das ist dann etwas, wo ich sage, nehme ich jetzt

01:54:16: deswegen mein Video runter ?

01:54:18: Ne, weil ich weiß, dass es halt für die, für irgendjemanden,

01:54:22: dafür war es ja gemacht, jemand der noch gar nicht weiß

01:54:24: was trans bedeutet, dass das erst mal so richtig war.

01:54:27: Und ich würde es halt in Zukunft anders machen.

01:54:29: Das sind halt so Learnings, die ich halt ständig habe.

01:54:31: Es jetzt nur ein konkretes Beispiel,

01:54:33: das mir zufällig einfällt.

01:54:34: Dazu fällt mir ein, ich habe jahrelang beim Radio gearbeitet

01:54:37: und ich hatte dann irgendwann den Eindruck, dass wir,

01:54:41: aber auch unsere Zuschauerinnen,

01:54:43: Zuhörerinnen manchmal für weniger clever halten, als sie

01:54:49: es in Wahrheit sind.

01:54:50: Also wir haben dann ganz bewusst uns immer, ich darf

01:54:52: jetzt mal platt an dem Auto Schrauber aus

01:54:55: Cottbus orientiert, ja, der vielleicht von dem Thema

01:54:59: Semesterferien nichts hören will, aber damit haben

01:55:02: wir ihn irgendwie auch bevormundet.

01:55:04: Und ich bin inzwischen grad wenn es um das Thema

01:55:07: Inklusion angeht, davon überzeugt,

01:55:10: dass Zuhörerinnen, Zuschauerinnen auch nicht immer

01:55:14: wissen müssen, warum ich im Rollstuhl sitze, sondern es

01:55:17: reicht erst mal, das auszuhalten.

01:55:19: Und dann, vielleicht können sie es selber googeln,

01:55:21: selber recherchieren.

01:55:22: Aber ich muss nicht jeden Beitrag, jedes Thema

01:55:25: eröffnen mit diesem, mit der Begründung, warum ich

01:55:28: im Rollstuhl sitze.

01:55:29: Genauso ist es vielleicht auch bei dem Thema Trans sein.

01:55:33: Nicht warum?

01:55:34: Sondern muss man es immer alles so genau erklären?

01:55:36: Oder kann ich die Leute dann vielleicht auch mit diesem

01:55:38: Fragezeichen mal eine Weile auseinandersetzen?

01:55:43: Also ich finde, es ist gut.

01:55:45: Es ist auch immer schwierig, das so zu pauschalisieren,

01:55:48: aber so eine Daumenregel von mir ist zu versuchen zu

01:55:50: unterscheiden zwischen Intelligenz und Bildung oder

01:55:54: zwischen Wissen und der kognitiven Kapazität,

01:55:57: irgendwas zu verstehen.

01:55:59: Und letzteres, da finde ich auch, habe ich

01:56:02: auch selbst gelernt, auch im Zuge meiner Arbeit war

01:56:05: ich am Anfang, auch habe ich den Leuten nichts zugetraut.

01:56:08: Das sieht man ganz klar an meinem Content.

01:56:11: Über die Aufzug Sache nämlich, über die wir am Anfang

01:56:14: gesprochen haben, mit wie überlebe ich einen Absturz,

01:56:15: das war einer meiner ersten Videos.

01:56:17: So ganz kurz, so drei vier Minuten lang weil ich so,

01:56:20: dachte mehr kann man den Leuten nicht zutrauen.

01:56:21: Da bin ich jetzt absolut vom Gegenteil überzeugt.

01:56:24: Aber ich weiß vieles sind einfach Wissenssachen.

01:56:26: Wenn man es einmal gehört hat, weiß man's.

01:56:28: Und wenn nicht, dann nicht.

01:56:29: Und da versuche ich immer zu gucken, gibt es

01:56:34: irgendwie die Möglichkeit.

01:56:35: Also ich weiß aus, zum Beispiel, ich nehme da

01:56:40: manchmal meine Eltern so um zu gucken, was wissen die und

01:56:44: die kämen sonst so durcheinander.

01:56:46: Zwischen Transfrauen und Transmann würden die dann

01:56:48: im Zweifelsfall verwechseln.

01:56:50: Die würden dann denken, dass man eine Transfrau

01:56:52: Transmann nennt, was ja genau falsch ist.

01:56:55: Und deswegen vielleicht muss man dann einmal erklären und da

01:56:58: ist auch total viel wie, also sehr wichtig, wie man

01:57:01: es dann sagt.

01:57:02: Also nicht nur, dass wir, dass ich mir sehr viel Gedanken

01:57:04: mache über die genauen Wörter, die genau formulieren,

01:57:07: sondern auch über den Ton, wo ich sage okay,

01:57:09: ich muss diese, ich möchte diese Info drin haben,

01:57:11: denn falls irgendjemand diese Info nicht hat, ist so ein

01:57:13: Basic Ding, dann ist ja für den Rest des Videos verloren.

01:57:15: Aber die allermeisten wissen es bestimmt.

01:57:17: Das heißt, ich muss es so betonen, ich betone es in

01:57:19: der Art und Weise, wo ich sagt, na ja,

01:57:21: ihr wisst schon, blablabla.

01:57:22: Ich sage es zwar, aber ich sage es in der Art und Weise, wo die

01:57:25: klarmacht ich weiß, dass ihr das wisst.

01:57:28: Aber falls jemand dabei ist, er es nicht weiß, muss er sich

01:57:30: nicht blöd fühlen und weiß es jetzt also.

01:57:32: Ja.

01:57:33: Das clever.

01:57:34: Guter Tipp.

01:57:35: Ja.

01:57:36: Werde ich übernehmen.

01:57:37: So wir sind jetzt gleich angekommen mit dem Aufzug.

01:57:39: Ah ja.

01:57:41: Deine Etage, wo du raus wolltest.

01:57:43: Ganz oben hattest du gesagt.

01:57:44: Ganz oben.

01:57:46: Jenseits des glass ceilings.

01:57:49: Genau.

01:57:49: Eine Frage, die wir bei diesem Podcast regelmäßig stellen

01:57:54: wollen an die Gäste ist: Gibt es eine Organisation,

01:58:00: ein Thema, eine Stiftung, für die du dich engagierst oder

01:58:04: die du für unterstützenswert hältst?

01:58:07: Wo wir unsere Hörerinnen und Hörer darauf hinweisen sollten

01:58:11: oder können?

01:58:12: Also ich bin schon seit vielen Jahren,

01:58:15: engagiere ich mich bei Amnesty.

01:58:17: Ich bin aber tatsächlich auf der Suche aktiv, auch nach

01:58:22: lokaleren kleinen Organisationen.

01:58:25: Also eine, ich weiß nicht, ob das jetzt bisschen

01:58:27: random ist, weil das ist eben sehr lokal, ich sage

01:58:28: es trotzdem mal.

01:58:29: Es gibt einen ganz tollen Verein,

01:58:30: heißt Aachener Engel.

01:58:31: Ich habe in Aachen eine zeitlang gewohnt und dort habe

01:58:34: ich für Aachener Engel Nachhilfe gegeben und ist ein

01:58:38: ganz toller Verein, der eben Jugendliche mit Nachhilfe und

01:58:42: auch mit Sportangebot unterstützt und mit ganz viel

01:58:47: Herz geführt wird.

01:58:48: Und ich glaube, das ist vielleicht, weil man

01:58:51: sich vielleicht oft fragt, ja ich würde gerne stiften,

01:58:55: aber wo geht das Geld genau hin ?

01:58:56: Ist mein Tipp vielleicht so bei sich in der

01:58:58: Umgebung zu schauen, weil da kann man so mit eigenen Augen

01:59:01: sehen oder vielleicht auch nicht nur Geld beitragen oder

01:59:04: sondern irgendeine händische Hilfe.

01:59:06: Hands on Hilfe, wo man genau sieht okay, ich sehe,

01:59:10: wo das ankommt.

01:59:11: Das ist eine gute Sache.

01:59:12: Super schön.

01:59:13: Und jetzt, wo die Tür sich aufmacht, die Tür aufgeht

01:59:16: und wir uns vielleicht eine Weile erst mal nicht

01:59:19: wiedersehen werden unsere Wege sich trennen, weil ich

01:59:21: bin der Liftboy.

01:59:22: Ich fahr wieder runter.

01:59:23: Ja.

01:59:25: Bist du hoffnungsvoll für die Zukunft deines Kindes?

01:59:28: Ja, ich bin optimistisch.

01:59:32: Das ist vielleicht eine

01:59:34: Art Selbsterhaltungstrieb.

01:59:36: Man muss ja nicht unbedingt rationale Gründe dafür haben,

01:59:39: optimistisch oder pessimistisch in die Zukunft zu schauen.

01:59:42: Das ist ja eher ein Bauchgefühlsfrage.

01:59:44: Und wenn ich nicht optimistisch wäre, wenn ich

01:59:46: nicht dran glauben würde, dass es doch besser geht und

01:59:48: das man auch nicht an die Vernunft der Mehrheit

01:59:51: glauben würde, dann würde ich wahrscheinlich aufgeben.

01:59:55: Dann könnte ich auch diesen Job gar nicht mehr machen.

01:59:57: Da würde ich mich verkriechen und sagen, ach hat

01:59:59: doch alles keinen Sinn, das glaube ich nicht.

02:00:01: Und irgendwie, irgendwie müssen wir das hinbekommen.

02:00:05: Schönes Schlusswort, vielen Dank liebe Mai.

02:00:08: Danke auch.

02:00:09: Hat mir wieder sehr viel Spaß.

02:00:11: Viel Spaß mit der nächsten Fahrt.

02:00:13: Dankeschön!

02:00:17: Danke fürs Mitfahren.

02:00:20: Wenn ihr mögt und euch diese Folge Spaß gemacht hat,

02:00:22: bewertet diese Folge bei Apple Podcast, Spotify oder wo

02:00:26: auch immer ihr zuhört.

02:00:28: Allerdings zur Folge, so wie die Menschen, die mich bei

02:00:31: diesem Podcast unterstützen, findet ihr in den Shownotes.

02:00:36: Schaut da gerne mal rein.

02:00:39: Wenn ihr meine Arbeit unterstützen möchtet, würde ich

02:00:42: mich freuen, euch bei Steady zu begrüßen.

02:00:44: Mit einer Steady Mitgliedschaft bekommt ihr exklusive Updates

02:00:48: von mir und die Gelegenheit, mich zwei Mal im Jahr

02:00:50: persönlich zu treffen.

02:00:54: Im Aufzug ist eine Produktion von Schonlein Media.

02:00:58: Ich freue mich auf das nächste Mal,

02:01:00: hier im Aufzug.

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